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S-Bahn Rhein-Ruhr: Zur aktuellen Lage auf der Linie S 9

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Am 15.12.2019 hat Abellio Rail NRW im Auftrag des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr den Betrieb der Linien S 2, S 3, S 9, RB 32, RB 40 und RE 49 der S-Bahn Rhein-Ruhr aufgenommen. Zu diesem Termin ist im Gebiet des VRR die umfangreichste Fahrplananpassung im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) seit der Jahrtausendwende umgesetzt worden. Das größte Leistungspaket bildet die S-Bahn, die im Ruhrgebiet mit einer neuen Taktstruktur im nachfragegerechten 15-/30-Minuten-Takt sowie angepassten Linienführungen aufwartet und mit schnellem Regionalverkehr überlagert wird. Dadurch soll der SPNV in der Region gestärkt werden. Fahrgäste können damit deutlich mehr Ziele als heute direkt erreichen und das in neuen Fahrzeugen, die ihnen eine komfortablere Reise als bisher ermöglichen. Insgesamt legen die Züge künftig etwa zwei Millionen zusätzliche Kilometer pro Jahr im VRR zurück. 

Der für die zusätzlichen Betriebsleistungen erforderliche und aufgrund tarifvertraglich veränderter Rahmenbedingungen zusätzlich deutlich erhöhte Bedarf an Triebfahrzeugführern konnte trotz einer ausreichend langen Vorlaufzeit nicht vollständig ausgebildet oder akquiriert werden, da aufgrund des allgemeinen Fachkräftemangels einerseits nicht genügend Interessenten erreicht wurden und andererseits eine Übernahme von Personal vom Vorbetreiber aufgrund seines eigenen Bedarfs nicht möglich war.

Aufgrund dieser branchenweiten Situation haben wir mit dem VRR und dem vorherigen Betreiber DB Regio für die Linie S 3 und S 9 Übergangskonzepte vereinbart, die auf diesen beiden Linien zunächst einen gesonderten Fahrplan mit sich bringen. Die Realisierung der Verbesserungen im Kontext der Übergangskonzepte wird erst in den nächsten Monaten umgesetzt. Die Linie S 3 wird deshalb bis Ende Februar 2020 weiterhin mit den bestehenden Fahrzeugen von DB Regio betrieben. Ab dem 1. März setzt Abellio dann auch auf der S 3 die neuen Fahrzeuge ein. Die Linie S 9 fährt im Rahmen des Übergangskonzepts bis Ende April 2020 nur zwischen Haltern am See bzw. Bottrop Hbf und Wuppertal-Vohwinkel. Ab Mai wird die Linie wieder S9 Richtung Wuppertal Hbf fahren und die in Bottrop endenden Fahrten werden über Gladbeck West bis Recklinghausen Hbf verlängert.

Der Betriebsübergang auf den Linien S2, RB 32 und RB 40 hat insgesamt gut funktioniert. Auf den Linien S 9 und RE 49 kommt es jedoch zeitweilig zu größeren Verspätungen und Zugausfällen.

Wir haben die Situation gemeinsam mit DB Netz als Infrastrukturbetreiber und dem VRR analysiert. Im Ergebnis sind vor allem Störungen an der Infrastruktur und Kinderkrankheiten an den neuen Fahrzeugen ursächlich für Verspätungen, die im Fahrtverlauf nur begrenzt reduziert werden können. Durch die auf der Strecke bestehenden eingleisigen Abschnitte, der größeren Streckenauslastung im Knoten Essen und das zu Beginn noch nicht reibungslose Zusammenspiel zwischen Strecke, Technik und Personal schaukeln sich zunächst geringe Verspätungen dann im Fahrtverlauf auf.  

Auch wenn sich die Betriebsstabilität in den vergangenen Wochen verbessert hat, müssen stark verspätete Fahrten wegen der kurzen Wendezeiten an den Linienendpunkten weiterhin vorzeitig in Velbert-Langenberg, Gladbeck West oder in Essen Hbf gewendet werden, damit die Folgefahrt wieder pünktlich abfahren kann.  Die Fahrgäste müssen in diesem Fall auf den nachfolgenden Zug oder den bereitgestellten Ersatzverkehr mit Bussen umsteigen, was mit erheblichen Unannehmlichkeiten verbunden ist. Diese Situation bedauern wir sehr.

Ab dem 3. Februar greift auf der Linie S 9 ein sogenannten Stabilisierungskonzept. Welches durch angepasste Wendezeiten in Wuppertal-Vohwinkel zur Entspannung der aktuellen Betriebslage führen soll.

Wir gehen davon aus, dass sich die Betriebsstabilität damit spürbar für den Fahrgast verbessert. Abellio, VRR und DB Netz bleiben weiterhin im Gespräch, um weitere Verbesserungen auch im Hinblick auf die Verlängerung der S 9 ab Mai 2020 zu erreichen.