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Kühler Brunnen – ein Stadtpalast der Renaissance in Halle

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Der Justizfall des im 16. Jahrhunderts am Kühlen Brunnen wohnenden einstigen Günstlings von Kardinal Albrecht von Brandenburg trieb Luther bei der Reformation an. Heutzutage lässt sich vortrefflich über das Schicksal des Hans von Schenitz nachdenken, bei einem dort gebrauten Bier der Halleschen Spezialitätenbrauerei Kühler Brunnen.

Sein Vermögen hatte sich der Bauverwalter, Geld- und Kunstgutbeschaffer und erzbischöfliche Kammerdiener Schenitz bei Kardinal Albrecht von Brandenburg verdient und ergaunert. Die Veruntreuungen, weniger die im Volksmund überlieferten Liebesränke, bewirkten Inhaftierung und 1535 ein Schnellgericht, welches dem geständigen Patrizier die Hinrichtung am Galgen einbrachte.

Das gesamte Verfahren wurde als skandalöse Willkür des Kardinals betrachtet. Luther polemisierte gegen den erzbischöflichen Mörder wegen seiner Blutschuld und – mal wieder dem Volk auf´s Maul schauend - dem Schandverkehr mit seiner Mätresse. Die moderne Forschung sieht dagegen keinen Justizmord mehr.

© Lars R. Schulz, scottyscout.com
Der Kühle Brunnen in Halle ist ein ehemaliger Stadtpalast im Renaissance-Stil