Sehenswürdigkeiten

Domplatz

zurück zur Übersicht

Der ursprünglich sumpfige und von einem Arm der Gera durchflossene Platz (nur der südliche Teil des heutigen Domplatzes) wurde im 12. Jahrhundert nach Trockenlegung zum Markt entwickelt. Er hatte urkundlich 1293 die Bezeichnung ante gradus (Vor den Graden, den Stufen zum Dom). Der später auch Großer Markt genannte Platz lag nahe der Kreuzung der via regia mit einer alten Handelsstraße in Nord-Süd-Richtung. Auf dem Markt wurde mit Salz, Holz, Leder und anderen Waren gehandelt. Unter der Mainzer Herrschaft war er auch öffentlicher Gerichtsplatz. 1774 besuchte der Mainzer Kurfürst und Landesherr die Stadt Erfurt, aus diesem Anlass errichtete man den Erthal-Obelisken auf dem Platz. Dieser wurde 1899 anlässlich eines Besuchs von Kaiser Wilhelm II. erneuert.

Die französisch besetzte Festung Erfurt wurde ab Ende Oktober 1813 von Preußen, Österreichern und Russen belagert. Nach mehreren Ausfällen der Franzosen mit Abbrennen benachbarter Dörfer, erfolgte Anfang November 1813 der Artilleriebeschuss der Zitadelle Petersberg durch die Belagerer. Dabei wurde auch das benachbarte Severi-Viertel auf dem heutigen Nordteil des Platzes getroffen, zerstört und nicht wieder aufgebaut. Der so vergrößerte Markt diente der preußischen Garnison auch als Exerzier- und Parade-Platz. 1823 besuchte der preußische König Friedrich Wilhelm III. die Stadt Erfurt, woraufhin der Platz in Friedrich-Wilhelm-Platz umbenannt wurde. 1945 erfolgte die Umbenennung in Domplatz.

Während der Friedlichen Revolution 1989/90 fanden auf dem Domplatz Demonstrationen mit bis zu 80.000 Menschen statt.

Nach der Wiedervereinigung wurden die Gebäude um den Domplatz und die beiden Denkmäler auf dem Platz erneuert. Die Kosten für das neue Minerva-Denkmal übernahm Anfang der 1990er-Jahre die Vereinigung Heimattreue Erfurter aus Westdeutschland.

© André Karwath aka Aka , CC BY-SA 2.5, wikipedia.org
Der Domplatz in Erfurt