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„Wie kann die Schiene auch vor 2030 schon deutlich mehr Verkehr verkraften?“

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV) lud zu ihrer Fachveranstaltung nach Fulda ein, die in diesem Jahr unter dem Themenschwerpunkt „Knappe Kapazitäten auf der Schiene – alles passend reguliert?“ stand. Dabei wurde der Frage nachgegangen, was getan werden muss, damit eine Verlagerung von mehr Verkehr auf die Schiene tatsächlich Wirklichkeit werden kann.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion galt es, schlüssige Antworten auf die Frage „Wie kann die Schiene auch vor 2030 schon deutlich mehr Verkehr verkraften?“ zu finden. Der Blick in die Zukunft fördert häufig Ideen und Perspektiven zu Tage, aber Patentrezepte konnten in Fulda nicht präsentiert werden. Dafür aber viele Einzelmaßnahmen und Aspekte, die zusammen zeigen, wie es gehen kann: Etwa bei der Planungsbeschleunigung, indem das Eisenbahn-Bundesamt anstelle der einzelnen Bezirksregierungen zur Anhörungsbehörde wird.

Die Maßnahmen des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) 2030 und viele Maßnahmen im Zuge der Digitalisierung („digitaler Fahrplan“) würden nach Ansicht der Diskutanten viel Kapazität bringen. Abellio-CEO Stephan Krenz wies in seinem Diskussionsbeitrag auf politischen Rückenwind durch den Koalitionsvertrag hin und erinnerte daran, dass die DB Netz AG ihrerseits von einem baustellen- zu einem kapazitätsorientierten Ansatz schwenken wolle und so zentrale Prozesse verbessern wolle.

Der ETCS-Ausbau sollte nach Ansicht von Stephan Krenz auf den Strecken mit knappen Kapazitäten beginnen. Weitere Teilnehmer drängten auf den gezielten Abbau von Engpässen. Außerdem müssten gerade bei kleineren Maßnahmen die Finanzierungsinstrumente vereinheitlicht werden. Veranstalter und BAG SPNV-Präsident Dr. Thomas Geyer ließ es sich nicht nehmen und wies abschließend auf die Umsetzung des Deutschland-Takts hin, die nach seiner Meinung das System des Schienenpersonenverkehrs insgesamt stärken werde.

Neben Abellio-CEO Stephan Krenz (2.v.l.)diskutierten in Fulda auch (v.l.) Frank Sennhenn (DB Netz), Kathrin Tüngler (EBA), Dr. Karl-Heinz Rochlitz (BNA), Michael Holzhey (ETC), Dr. Thomas Geyer (BAG-SPNV) und Thorsten Müller (BAG-SPNV).