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Zum Fahrplanwechsel: Abellio übernimmt Bahnbetrieb auf zwei weiteren Strecken im Stuttgarter Netz

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  • Abellio betreibt ab dem 15. Dezember 2019 die Linien RE 10a/b sowie RB 18 im Stuttgarter Netz/Neckartal
  • Trotz erneutem Lieferverzug des Fahrzeugherstellers Bombardier – Abellio wird alle vom Land bestellten Leistungen erbringen
  • Gemeinsam mit dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und Mitbewerber Go-Ahead informiert Abellio in Heilbronn über die Herausforderungen der anstehenden Betriebsaufnahme und die Neuerungen im Fahrplankonzept

 

Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 übernimmt die Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH (ABRB) weitere Strecken im Stuttgarter Netz/Neckartal von der DB Regio AG. Das private Bahnunternehmen wird in seiner zweiten Betriebsstufe (BS 2) die RE 10 a/b und Linien RB 18 von Stuttgart über Heilbronn nach Mannheim beziehungsweise Osterburken befahren. Aufgrund eines Lieferverzuges des Fahrzeugherstellers Bombardier, werden die Strecken jedoch nicht gleich von Beginn an komplett mit Neufahrzeugen bedient. Dank eines frühzeitig ausgearbeiteten Ersatzkonzeptes und unter Einsatz von Leihfahrzeugen, kann Abellio dennoch alle vom Land Baden-Württemberg bestellten Leistungen auf den beiden Strecken zwischen Stuttgart und Mannheim beziehungsweise Osterburken erbringen.

Gemeinsam mit dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg informierte Abellio heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Heilbronn über die Neuerungen und Herausforderungen, die der Betreiberwechsel mit sich bringt – vom Fahrplankonzept bis hin zur Fahrzeugbeschaffung. Im Fokus stand insbesondere der Verzug bei der Auslieferung der neuen Züge. Nach mehrmaliger Änderung des Fahrzeuglieferplans erklärt Bombardier nun, von den insgesamt 25 bestellten drei- und fünfteiligen Talent 2-Triebfahrzeugen für die BS 2 von Abellio nunmehr nur sechs dreiteilige Züge fristgerecht auszuliefern. Ein weiterer Dreiteiler soll bis zum Jahresende hinzukommen. Zudem gab der Hersteller bekannt, dass sich die vollständige Zulassung der Fahrzeuge im Mehrfach- sowie Mischbetrieb durch das Eisenbahnbundesamt bis zum Fahrplanwechsel Mitte 2020 verzögern wird. Abellio wird daher in der Anfangsphase der zweiten Betriebsstufe nur eine begrenzte Anzahl dreiteiliger Neufahrzeuge zur Verfügung stehen.

Um dennoch den vom Land bestellten Fahrplan auf den beiden Linien vollständig umsetzen zu können und den Kapazitätsanforderungen gerecht zu werden, hat Abellio vorsorglich ein Ersatzkonzept erarbeitet. Dieser „Plan B“ sieht vor, die fehlenden 18 Züge durch Ersatzfahrzeuge zu ersetzen, die Abellio von der Agilis GmbH, der DB Regio AG und der WestfalenBahn GmbH entliehen hat. Zudem beauftragt Abellio die DB Regio AG, die Teilstrecke Stuttgart – Heilbronn auf der Linie RE 10 (Stuttgart – Heilbronn – Sinsheim/Mosbach-Neckarelz – Heidelberg – Mannheim) für wenige Monate mit lokbespannten Doppelstockwagen (Dostos) zu befahren. Den Abschnitt Heilbronn – Mannheim auf der RE 10 wird Abellio selbst mit Talent 2-Fahrzeugen bedienen. Die Linie RB 18 von Stuttgart nach Osterburken befährt der neue Betreiber komplett mit Ersatzzügen der Baureihen 425/426 von DB Regio.

Bombardier ist nun gefordert, die ausstehenden Talent 2-Fahrzeuge umgehend nachzuliefern, um Abellio einen schnellstmöglichen Übergang zum Regelbetrieb auf den beiden Regionallinien zu ermöglichen. Den Lieferverzug will der Fahrzeughersteller nach eigenen Angaben bis zum zweiten Quartal 2020 größtenteils aufgeholt haben.

„Durch unser Ersatzkonzept sind wir in der Lage, auf unseren beiden neuen Linien alle vom Land bestellten Leistungen umzusetzen und zudem einige Fahrzeuge als betriebliche Reserve vorzuhalten. Ich sehe unserer zweiten Betriebsaufnahme daher optimistisch entgegen auch, weil unsere Mannschaft vollen Einsatz zeigt, trotz widriger Umstände einen guten Schienenpersonennahverkehr für unsere Fahrgäste auf die Gleise zu bringen“, sagte Dr. Roman Müller, Geschäftsführer der Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH. „Dies entbindet Bombardier jedoch nicht von der Pflicht, die ausstehenden Fahrzeuge unverzüglich nachzuliefern, damit unsere Fahrgäste schnell von der versprochenen Qualitätsverbesserung auf unseren Strecken profitieren“ ergänzte Dr. Müller.

„Bombardier möchte sich für die Verzögerungen in der Auslieferung entschuldigen, insbesondere auch bei den hiervon betroffenen Fahrgästen. Wir haben einen vielschichtigen Lernprozess durchlaufen und mein Team arbeitet mit vollem Einsatz daran, den aktuellen Lieferplan erfolgreich umzusetzen. Auch ich sehe daher dem Fahrplanwechsel am 15.12.2019 zuversichtlich entgegen.“, so Michael Fohrer, Deutschlandchef bei Bombardier Transportation.

Trotz der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Fahrzeugbeschaffung und dank Abellio-Ersatzkonzept, werden die Fahrgäste ab dem 15. Dezember 2019 von einem optimierten Fahrplankonzept auf den beiden Linien profitieren, welches die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) erarbeitet hat: Die Linie RE 10a/b verkehrt auf der Strecke Stuttgart – Heilbronn – Sinsheim / Mosbach-Neckarelz – Heidelberg – Mannheim im Stundentakt. Der Abschnitt zwischen Heilbronn und Heidelberg wird im zweistündlichen Wechsel bedient. An Sonntagen wird der Abschnitt Heilbronn – Mannheim bedient. Ab Juni 2020 werden die Züge über Stuttgart hinaus nach Tübingen durchgebunden. Die Linie RB 18 verkehrt täglich stündlich auf der Strecke Stuttgart – Heilbronn – Osterburken. Zwischen Stuttgart und Heilbronn ergänzen sich die RE 10a/b und die RB 18 zu einem ungefähr halbstündlichen Angebot, an Sonntag zu einem stündlichen Angebot.

Erweitert wird das SPNV-Angebot von Abellio durch die stündlich verkehrende RE 8 von Go-Ahead auf der Strecke Stuttgart – Heilbronn – Würzburg.

Der Abschnitt Heilbronn – Osterburken wird somit täglich zweimal stündlich bedient, abwechselnd durch die RB 18 und die RE 8. Zwischen Stuttgart und Heilbronn sowie Heilbronn und Mannheim bleibt das Zugangebot annähernd gleich.