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Lieferverzug der Fahrzeuge für das Stuttgarter Netz durch Hersteller Bombardier – Abellio hat „Plan B“ parat

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  • Bombardier räumt ein, nur zehn von 16 Talent 2-Triebfahrzeugen fristgerecht liefern zu können
  • Dank Abellio-Ersatzkonzept kann künftiger Fahrplan zwischen Stuttgart und Heidelberg unverändert erhalten bleiben
  • Abellio-Geschäftsführer Dr. Roman Müller: „Unsere volle Aufmerksamkeit gehört der Aufrechterhaltung des Mobilitätsangebotes für die Fahrgäste im Netz Neckartal.“

 

Stuttgart, 21. Februar 2019

Abellio Rail Baden-Württemberg hat im Auftrag der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) 52 Talent 2-Triebzüge beim Fahrzeughersteller Bombardier Transportation bestellt und soll diese Züge im Auftrag der NVBW ab dem Fahrplanwechsel im Juni 2019 im Neckartal fahren. Wie Bombardier jüngst einräumte, wird es zu einem Verzug bei der Lieferung der vertraglich vereinbarten 16 fünfteiligen Fahrzeugen für die erste Betriebsstufe von Abellio im Stuttgarter Netz kommen. Bombardier wird voraussichtlich nur zehn Fahrzeuge fristgerecht liefern können. Abellio hat bereits einen „Plan B“ zur Hand.

Den Verzug der Fahrzeuglieferung für das Stuttgarter Netz verkündete Bombardier am 14. Februar 2019 bei einem gemeinsamen Abstimmungsgespräch mit dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, der NVBW und Abellio. Den künftigen Betreiber des Netzes Neckartal trifft diese Nachricht unerwartet aber nicht unvorbereitet. Abellio hatte im Rahmen des eigenen Risikomanagements bereits vorsorglich ein Ersatzkonzept erarbeitet, das jetzt zum Einsatz kommt. „Wir wollen von Anfang an ein verlässlicher Partner im Schienenpersonennahverkehr von Baden-Württemberg sein und unseren Fahrgästen den bestmöglichen Service anbieten. Dazu gehört auch, auf alle Eventualitäten eingestellt zu sein und schnell reagieren zu können“, erklärte Dr. Roman Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH.

Das Ersatzkonzept von Abellio sieht den ergänzenden Einsatz von Leihfahrzeugen anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen vor. Abellio steht daher in Verhandlungen mit der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und anderen Unternehmen hinsichtlich der Bereitstellung von mindestens sechs Triebfahrzeugen. Damit stünde Abellio eine ausreichend große Flotte zur Verfügung – vorausgesetzt Bombardier sorgt bis zur Betriebsaufnahme für die fristgerechte Lieferung und Zulassung von zehn Talent 2-Zügen. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen könnte somit in der ersten Betriebsstufe alle durch das Land bestellten Zugkilometer erbringen. Das Fahrplankonzept von Abellio auf der Verbindung Stuttgart-Mühlacker-Pforzheim/Bruchsal-Heidelberg bliebe unverändert erhalten. Die Leihfahrzeuge kämen auf den Relationen Bruchsal-Mühlacker und Bruchsal-Bretten sowie zwischen Pforzheim und Bietigheim-Bissingen zum Einsatz.

„Unsere volle Aufmerksamkeit gehört der Aufrechterhaltung des Mobilitätsangebotes für die Fahrgäste im Netz Neckartal ab Juni 2019. Wir wollen die Auswirkungen des Lieferverzuges durch Bombardier auf unsere künftigen Fahrgäste so gering wie möglich halten. Indem wir ein realisierbares Ersatzkonzept entwickelt haben, versuchen wir unseren künftigen Fahrgästen im Stuttgarter Netz einen – unter diesen Umständen – bestmöglichen Schienenpersonennahverkehr zu bieten“, sagte Dr. Roman Müller. „Bombardier muss jedoch den Produktionsverzug schnell aufholen und für fristgerechte Lieferung und Zulassung auch der weiteren Fahrzeuge für das Stuttgarter Netz sorgen, um Abellio eine stabile Inbetriebnahme der weiteren Linien im Netz Neckartal ab Dezember 2019 sowie ab Juni 2020 zu ermöglichen“, so Dr. Müller weiter.

Als Grund für den Lieferverzug nannte der Fahrzeughersteller die Einbindung neuer europäischer Normen und Standards in die Fahrzeug-Software an. Laut Bombardier ist es nicht gelungen, alle Softwareanforderungen für die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt im Rahmen des Zeitplans zu integrieren. Zudem kam es zu Verzögerungen im Produktionsablauf bei den Wagenkästen.