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Mit Abellio in die Niederlande – direkt und ohne Umsteigen mit dem neuen RE 19

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  • Abellio startet die Erweiterung des Niederrhein-Netzes bis nach Arnhem nach technischen Schwierigkeiten
  • Fahrgäste können ab sofort mit der Linie RE 19 zum VRR-Tarif ins Nachbarland reisen
  • Direkte, umsteigefreie Verbindung von Arnhem über Zevenaar bis zum Düsseldorfer Flughafen
  • Auftraggeber VRR und Provinz Gelderland freuen sich über grenzüberschreitenden Verkehr

Abellio fährt ab heute grenzüberschreitend in die Niederlande: Mit der ersten Fahrt von Duisburg ins niederländische Arnhem hat Abellio Rail NRW die Verlängerung der Linie RE 19 im Niederrhein-Netz gestartet. Trotz technischer Schwierigkeiten aufgrund von Softwareproblemen konnte Abellio gegen 12:25 Uhr erstmals über die Grenze fahren bis nach Arnhem Centraal fahren.

Technische Schwierigkeiten mit dem Fahrzeug vom Typ Stadler FLIRT führten dazu, dass die grenzüberschreitenden Fahrten der Linie RE 19 nicht wie geplant um 05:44 Uhr am Morgen starten konnten. Für den grenzüberschreitenden Verkehr müssen die Züge mit hochkomplexer Technik ausgestattet sein: drei verschiedene Zugsicherungs- und Stromsysteme sind im Fahrzeug verbaut, die für den Grenzabschnitt zwischen Emmerich und Zevenaar notwendig sind. Die Technikexperten der beteiligten Firmen arbeiten mit Hochdruck daran, den Fehler zu beheben und neue Software auf die sieben mehrsystemfähigen Fahrzeuge aufzuspielen.

Zahlreiche Gäste waren dabei, als sich der Zug vom Duisburger Hauptbahnhof auf den Weg zur ersten grenzüberschreitenden Fahrt nach Arnhem machte. Ab dem 6. April fährt die Linie RE 19, die seit der Betriebsaufnahme im Dezember 2016 zunächst nur zwischen Düsseldorf und Emmerich verkehrte, im erweiterten Niederrhein-Netz auch die niederländischen Städte Zevenaar und Arnhem an. Abellio fährt im Auftrag des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) und der Provinz Gelderland.

„Heute begehen wir nicht nur einen Meilenstein in der Geschichte des Regionalverkehrs in NRW und der Provinz Gelderland, sondern auch einen ganz besonderen für uns als Abellio. Zwei Monate vor dem eigentlich im Verkehrsvertrag vereinbarten Termin und rechtzeitig zu den Osterferien ist es uns gelungen, die Vorbereitungen erfolgreich abzuschließen und den Betrieb zu starten“, begrüßte Ronald R. F. Lünser, Vorsitzender der Geschäftsführung von Abellio Rail NRW, die rund 80 Gäste im Zug von Duisburg nach Arnhem. „Mit dieser Verbindung haben unsere Fahrgäste ab sofort stündlich die Möglichkeit, ohne Umsteigen und zum VRR-Tarif zwischen dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und den Niederlanden hin und her zu reisen. Auf diese Leistung bin ich mindestens ebenso stolz wie auf die Tatsache, dass wir ab sofort eine von inzwischen sechs grenzüberschreitenden Verbindungen in Nordrhein-Westfalen anbieten und den Schienenpersonennahverkehr in unserem Bundesland um eine weitere Komponente erweitern und verbessern können.“

RE 19 bringt Nachbarländer näher zusammen
Auch Martin Husmann, Vorstandssprecher VRR, betonte die besondere Bedeutung der Netzerweiterung: „Die neue grenzüberschreitende Nahverkehrslinie verbindet perspektivisch über zwei Millionen Menschen aus der Provinz Gelderland mit den über 17 Millionen Einwohnern Nordrhein-Westfalens. Das eröffnet den Bewohnern beider Regionen deutlich  komfortablere Pendelmöglichkeiten und attraktive Reiseverbindungen. Ein Beispiel ist die verbesserte Anbindung an den Flughafen Düsseldorf, der auch von den Niederländern häufig genutzt wird. Das erweiterte Streckennetz fungiert darüber hinaus als wichtiger Zubringer für die Linien des künftigen Rhein-Ruhr-Express. So gelangen alle Fahrgäste auf besonders schnellem Weg in die Städte an Rhein und Ruhr.“

Die Eröffnungsfahrt brachte die Gäste im neuen Zug von Duisburg über Wesel nach Arnhem und später wieder zurück. Gegen 12:25 Uhr passierten die Anwesenden in einem der neuen Elektrotriebzüge vom Typ FLIRT der Firma Stadler erstmals die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden. Kurz darauf wurden sie am Zielbahnhof ‚Arnhem Centraal‘ unter anderem von Geert Ritsema, ein Vertreter der Stadt Arnhem, sowie Conny Bieze, Abgeordnete der Provinz Gelderland, in Empfang genommen und offiziell begrüßt. „Die Linie RE 19 ist ein großer Schritt nach vorne für eine bessere Verbindung zwischen den Nachbarländern Niederlande und Deutschland. Der Halt in Zevenaar und die Erweiterung des Netzes tragen deutlich zur wirtschaftlichen Stärkung der Grenzregionen bei. Auch das Arbeiten über die Grenze hinweg wird künftig immer einfacher“, richtete sich Conny Bieze in ihrem Grußwort an die Anwesenden. Die Provinz Gelderland und das Ministerium für Infrastruktur und Umwelt (NL) tragen zur Realisierung des grenzüberschreitenden Verkehrs auf niederländischer Seite bei.

Stephan Krenz, CEO von Abellio Deutschland, betonte die gute Zusammenarbeit und die Bedeutung für die beteiligten Regionen auf deutscher und niederländischer Seite: „Vom 6. April 2017 an leben wir den europäischen Gedanken und verbinden grenzüberschreitend benachbarte Regionen miteinander. Nordrhein-Westfalen und Gelderland rücken mit der Linie RE 19 ein Stück enger zusammen und Abellio ist das Bindeglied dafür. Darüber hinaus ist es auch ein hervorragendes Beispiel gelebter Zusammenarbeit zwischen unserem Mutterkonzern Nederlandse Spoorwegen und Abellio Deutschland.“

Martin Burkert MdB, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, verwies in seinem Grußwort auf die wachsende Bedeutung der Wettbewerbsbahnen. „Diese Fahrt bedeutet einen neuen Höhepunkt in der überaus erfolgreichen Geschichte von Abellio. Sie haben unter Beweis gestellt, dass man im Schienenpersonennahverkehr neue Geschäftsfelder erschließen und wirtschaftlich erfolgreich sein kann.“ Burkert dankte allen Akteuren, die das grenzüberschreitende Niederrhein-Projekt zum Erfolg geführt haben. „Erfolg hat viele Väter und ganz sicher viele Ursachen. Ein ganz wesentlicher Faktor sind immer die Menschen, die daran mitarbeiten.“

Das Niederrhein-Netz: Neue Fahrzeuge und neues Angebot
Bereits seit dem 11. Dezember 2016 ist Abellio Rail NRW auf den Strecken der Linien RE 19, RB 32 und RB 35 zwischen Bocholt, Emmerich, Düsseldorf, Mönchengladbach und Wesel unterwegs und fährt dabei 36 Bahnhöfe im 189 Kilometer langen Streckennetz an. Auf den Linien RE 19 und RB 35 werden 21 Neufahrzeuge eingesetzt. Die fünfteiligen Fahrzeuge sind klimatisiert, verfügen über stufenlose Einstiegsbereiche und über mehr Sitzplätze.

Durch die Verlängerung der Linie RE 19 ist nicht nur der nächste Meilenstein in der Unternehmens-geschichte von Abellio Rail NRW, sondern auch im neuen Linienkonzept am Niederrhein, das vom VRR entwickelt wurde, erreicht. Das Konzept, das seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 in Kraft ist, beinhaltet für die Fahrgäste deutliche Verbesserungen: 

  • Täglich, und somit auch am Wochenende, zwei umsteigefreie Verbindungen pro Stunde zwischen Wesel und Düsseldorf mit der Linie RE 19 und der von DB Regio betriebenen Linie RE 5 (verkehrt zwischen Koblenz und Wesel)
  • Stündliche grenzüberschreitende Verbindung im Nahverkehr von und nach Arnhem (über Zevenaar) zum VRR-Tarif
  • Eine erhöhte Zugbegleitung auf den Abellio-Linien RE 19, RB 32 und RB 35 und verbesserte Fahrgastinformation

Für die Betriebsaufnahme des Niederrhein-Netzes hat Abellio insgesamt etwa 85 neue Arbeitsplätze geschaffen und ein neues Bahnbetriebswerk für die Instandhaltung und Wartung der Züge in Duisburg gebaut. Für modernste Instandhaltungstechnik investierte Abellio, mit Unterstützung des VRR, rund 15 Millionen Euro und eröffnete das Betriebswerk am 3. März.

Ab Dezember 2017 wird Abellio besonders in den Abendstunden die Zugbegleitung auf den Linien im Niederrhein-Netz weiter ausbauen. Dafür werden noch rund 35 Kundenbetreuer gesucht, die im Juli eine Ausbildung beginnen können. Bewerbungen werden per E-Mail unter jobs [at] abellio-rail-nrw [dot] de oder über die Webseite www.abellio.de im Bereich Jobs & Karriere entgegengenommen.

Betriebsstart am 6. April – Infos zu Tickets und Tarifen
Zum Start des grenzüberschreitenden Verkehrs bis in die Niederlande sind am 6. April in den Zügen der Linie RE 19 Promotoren unterwegs, um die Fahrgäste mit ausführlichem Informationsmaterial und kleinen Willkommensgeschenken zu versorgen. Vom 6. bis 20. April sind zudem Promotoren der Nederlandse Spoorwegen, des VRR und von Abellio am Bahnhof in Arnhem (‚Arnhem Centraal‘) im Einsatz, um zusätzlich über das Reisen von und nach Deutschland sowie über Tickets und Tarife zu informieren. Für grenzüberschreitende Fahrten mit der Linie RE 19 gilt der Tarif des VRR auch bis zu den Haltepunkten in Zevenaar oder Arnhem. Bei Fahrten über den Tarifraum des VRR hinaus gelten generell die Pauschalpreis-Tickets des NRW-Tarifs. Eine Fahrt von Düsseldorf bis Arnhem und zurück kostet beispielsweise 33,30 Euro für zwei Personen (VRR-TagesTicket Preisstufe D).

Zusätzlich wird in Arnhem ein neues Kundencenter am Bahnhof Arnhem Centraal eröffnet. Dieses wird in Kooperation mit Nederlandse Spoorwegen betrieben und bietet den Fahrgästen eine feste Anlaufstelle bei Fragen rund um den grenzüberschreitenden Verkehr. Darüber hinaus hat Abellio an den Bahnhöfen Zevenaar und Arnhem Centraal insgesamt drei neue Ticketautomaten aufgestellt, an denen künftig Tickets für die Fahrt nach Nordrhein-Westfalen gekauft werden können. Internationale Fahrgäste, die aus den Niederlanden nach Deutschland reisen möchten, können für das Öffnen der OV-Chipkaart-Sperren am Bahnhof Arnhem Centraal ein Ticket mit einem viereckigen Barcode nutzen. Diese Tickets sind an den Abellio-Fahrkartenautomaten erhältlich. Niederländische Fahrgäste zwischen Zevenaar und Arnhem unterwegs, können wie gewohnt an den roten OV-Chipkaart-Sperren von Arriva/Breng/Abellio ein- und auschecken.

Bildunterschrift von links: Stephan Krenz (CEO Abellio), Bert Groenewegen (CFO Nederlandse Spoorwegen), Thea de Vries (Ministerium Infrastruktur und Umwelt NL), MdB Martin Burkert (Vorsitzender des Bundesverkehrsausschusses), Conny Bieze (Abgeordnete Provinz Gelderland), Martin Husmann (VRR), Claudia van Veen (Moderatorin), Geert Ritsema (Stadt Arnhem) und Ronald R. F. Lünser (Vorsitzender Geschäftsführung Abellio Rail NRW) freuen sich über den Abellio-Zug im Bahnhof Arnhem.

Stephan Krenz (CEO Abellio), Bert Groenewegen (CFO Nederlandse Spoorwegen), Thea de Vries (Ministerium Infrastruktur und Umwelt NL), MdB Martin Burkert (Vorsitzender des Bundesverkehrsausschusses), Conny Bieze (Abgeordnete Provinz Gelderland), Martin Husm